Altstadtrundgang in Brilon wird erweitert

Brilon. „Der Altstadtrundgang ist das Gedächtnis der Bürger, weil dort ihre Geschichte erzählt wird“, hoben Carsten Schlömer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Briloner Heimatmuseums Haus Hövener und Winfried Dickel, Vorsitzender des Briloner Heimatbundes, gemeinsam hervor. Sieben neue Informationstafeln sind am Samstag im Museumsgarten vorgestellt worden, die nun mit zu den Stationen des Briloner Altstadtrundgangs zählen.
„Bei einem Stadtbummel sieht man immer wieder Gäste und Einheimische, die interessiert die blauen Schilder des Altstadtrundganges an einem der 65 geschichtsträchtigen Gebäude des Altstadtkerns studieren“, erklärte Winfried Dickel. „Weitere Erklärungen dazu findet man auf dem im Museum integrierten Stadtmodell, das mithilfe moderner Technik eine umfassende und weitergehende Information zu den Stationen bereit hält. Dazu hat der Briloner Heimatbund – Semper Idem mittlerweile mit Unterstützung der Sparkasse Hochsauerland schon 30.000 Faltblätter drucken lassen, die im Museum Haus Hövener, bei der Brilon Touristik und in zahlreichen Pensionen, Gasthöfen und Hotels in Brilon, Olsberg, Willingen und Winterberg sowie in deren Ortsteilen ausliegen und gerne mitgenommen werden können.“ 
Eins der sieben neuen Schilder wird in der Schulstraße 3 angebracht. Dazu erklärte der neue Besitzer Armin Schubert: „Wir haben das Haus vor einiger Zeit gekauft. Wie fast überall ist auch hierbei im Laufe der Jahre vieles dem Zeitgeist entsprechend ,modernisiert’ worden. Wir wollen den Ursprung wieder aufleben lassen. So bleibt der Stall erhalten, durch den man wie früher in das eigentliche Wohnhaus gelangt und auch zwei historische Ferienwohnungen werden wir im Haus einrichten.“ Eine spannende Geschichte erzählt dieses ehemalige Haus Finger, dessen damaliger Besitzer als Sprecher des Bauernverbandes im Zuge des Aussiedlungsverfahrens, bei dem die Landwirtschaft aus der Kernstadt in das Umland ausgesiedelt werden sollten, eine tragende Rolle gespielt hat. 
„Die Dörfer haben viel zu bieten"
So wie dieses Objekt laden auch die weiteren ein, die von ihren oft neuen Besitzern mit viele Liebe zum Detail hergerichtet wurden und zu einem spannenden Teil der Stadtgeschichte geworden sind. 
Aber nicht nur die Kernstadt prägt die Geschichte. „Die Dörfer haben viel zu bieten und gehören zu Brilon wie Brilon zu den Dörfern. Die blauen Schilder können, wie bisher schon in Scharfenberg, auch in anderen Dörfern angebracht und aufgestellt werden“, unterstrich Winfried Dickel. „Wir wollen uns nicht als Briloner Heimatbund in die Dörfer einmischen, vielmehr uns als Hilfe für Fördermöglichkeiten aufzeigen.“ Bei Interesse stellt der Briloner Heimatbund – Semper Idem einen entsprechenden Förderantrag für eine Leader-Förderung, bei der 65 Prozent aus EU-Fördergeldern genutzt werden, und übernimmt bei einer eigenen kleinen Selbstbeteiligung der Interessierten den größten Teil der Gegenfinanzierung.
Förderbescheide
Erst kürzlich wurden Förderbescheide für die Erneuerung einer alten Küche, Neugestaltung eines Tretbeckens, Umrüstung eines Schießstandes, Anschaffung eines Mähroboters, Umbau eines Bauwagens zum Toilettenwagen, Einrichtung von E-Bike-Ladestationen, Herrichtung eines Dorfplatzes und für viele andere Dinge übergeben. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist immer, dass ehrenamtliches Engagement im Vordergrund steht.
Der Kontakt kann im Museum persönlich oder unter Tel. 0 29 61/9 63 99 01 sowie E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erfolgen.

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Die Hausbesitzer hielten am Samstag die blauen Schilder erstmals in ihren Händen. In den nächsten Tagen werden sie an ihren Häusern als Beitrag zur Stadtgeschichte zu sehen sein.
Foto: Manfred Eigner

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